RÜCKBLICK: TALENT SUMMIT 2021

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RÜCKBLICK: TALENT SUMMIT 2021
Moderatorin Sandra Thier (Foto) führte fachkompetent und charmant durchs Programm. Gefördert wurde die Konferenz vom FFF Bayern.

Fachkräftemangel, Talent Wars und fehlendes Vertrauen. Der diesjährige Talent Summit am 1. Juli 2021 bot vielfältige Einblicke in die aktuelle Situation der Kreativen der deutschen Film- und TV-Branche. Allen voran stand dabei die Tatsache, dass in unserer Branche im Grunde jeder mehr leistet als eigentlich zu erwarten sein sollte. Doch wie soll man dies bewerten? Und wie lassen sich Probleme, die dadurch entstehen, beheben?

Die gesamte Konferenz ist jetzt als VoD auf medienweiterbildung.de verfügbar.

Mit der Digitalisierung, so leitete Satu Siegemund (Bundesverband Regie) die Konferenz in ihrem Vorwort ein, sei der Wunsch nach Sichtbarkeit stärker geworden. Jede*r habe mittlerweile die Möglichkeit, diese Sichtbarkeit zu erreichen und einzufordern. Und dies umfasst meist mehr als nur die Angabe eines Namens in den Endcredits.

Film ist mittlerweile auch eine Frage der sozialen Nachhaltigkeit. Dies betrifft die Altersvorsorge, wie Bettina von Lingelsheim (Pensionskasse Rundfunk) verdeutlichte, aber auch die Sicherung von Arbeitsplätzen, wie Benedikt Laubenthal (BigHugFX) am Beispiel seiner Firma erklärte. 

Film Festivals wie das der Unified Filmmakers – vertreten durch Florian Deyle und Patricia Mestanza Niemi – machen auf den sozialen Einflussbereich der Branche aufmerksam. Film ist ein Medium, mit dem Probleme emotionalisiert und sichtbar gemacht werden können. Bereits junge Unternehmerinnen wie Bernadette Schramm (Malao Film) sind heutzutage weltweit aktiv – in Kenia, Deutschland, USA, Australien – immer auf der Suche nach authentischen Geschichten mit Herz.

Aufmerksamkeit benötigen jedoch nicht nur globale Probleme wie Rassismus und das Gefälle zwischen Arm und Reich. Auch auf arbeitstechnischer Ebene muss es mehr Toleranz und mehr Wertschätzung geben.

„Danke an die Schauspieler*innen, die das vergangene Jahr trotz der Schwierigkeiten unglaublich toll genutzt haben und nicht einfach in Schockstarre verfallen sind“, sprach Siegfried Wagner (Bavaria Fiction) sein größtes Lob aus.

Doch auch seine eigene Berufsgruppe, die der Casting Directors, wünscht sich mehr Sichtbarkeit. Und vor allem mehr Unterstützung, denn zu ihrem Job, so Tina Thiele (casting-network) in ihrem Showcase, gehört viel mehr als nur das Vorschlagen eine*r Schauspieler*in für eine Rolle. Und selbst dies ist kein kurzer Schritt, der mal eben gemacht wird, sondern wird häufig durch fehlendes Vertrauen seitens der Produktion und durch mehrfache Revision verkompliziert, wie Iris Baumüller erklärte.

„Wichtig ist, dass man dem Casting einen hören Stellenwert, mehr Zeit und Möglichkeiten gibt. Ohne einen ordentlichen Cast wird aus einem wunderbaren Buch kein wunderbarer Film“, unterstützte Stephen Sikder (CSU Filmkommission) die Ausführungen seiner Kolleg*innen.

Dass die Gelder immer mehr gekürzt werden, bemerkte auch Mattias Frik (Spielkind). Es werde gespart an allen Enden, trotz der hohen Qualität, die von den Gewerken geliefert werde. Zeitdruck und Unterbesetzung machen der Branche zu schaffen. 

„Deutschland ist ein filmproduktionstechnisches Entwicklungsland“, schilderte Marc O. Dreher (Bundesverband Herstellungs- und Produktionsleitung) seinen Eindruck. Der Mangel an Fachkräften im handwerklichen Bereich – von Lichttechnik über Requisite bis zum Producer – wirkt sich auf alle Produktionsbeteiligten aus.

Weiterhin diskutiert wurden die Themen Diversity, Talentsuche und die Frage, wie Politik, Ausbildung und Auftraggeber zur Verbesserung der Situation beitragen können. Das gesamte spannende Programm des Talent Summit findet ihr jetzt als VoD auf medienweiterbildung.de.