Bring your own device

Die Kanzlei AGOR legal über rechtliche Fallstricke

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Bring your own device
Foto © Pixabay

Spätestens seit dem Ausbruch der Covid-19-Pandemie ist klar, dass die Digitalisierung der Arbeitsplätze und die Einführung von Tele(heim)arbeit unerlässlich ist. Unternehmen, die dies bisher nicht umgesetzt haben, stehen nun vor einer großen Herausforderung. Insbesondere die kurzfristige Anschaffung von Geräten bringt für viele Unternehmen nicht nur praktische, sondern auch finanzielle Probleme mit sich. Daher greifen zahlreiche Arbeitgeber darauf zurück, dass ihre Arbeitnehmer (zunächst) die privaten Geräte zu geschäftlichen Zwecken nutzen – Stichwort: Bring Your Own Device.

Bring Your Own Device (BYOD) bedeutet, dass mobile Endgeräte oder Speichermedien von Mitarbeitern, wie Smartphones, Laptops oder USB-Sticks, in das Unternehmensnetzwerk integriert werden. Allerdings hat der Einsatz von unternehmensfremden Endgeräten rechtliche Auswirkungen. Es empfiehlt sich daher stets, die Rahmenbedingungen rund um „BYOD“ in einer Richtlinie oder Anlage zum Arbeitsvertrag zu verschriftlichen.

Erwähnenswert ist sicherlich, dass der Arbeitgeber dem Arbeitnehmer im Rahmen seines Direktionsrechts nicht einseitig auferlegen kann, dass private Geräte auch dienstlich genutzt werden müssen. Daher gilt hierbei insbesondere, dass eine einvernehmliche und praktikable Lösung mit allen Beteiligten angestrebt werden sollte.

Datenschutz: Auch wenn personenbezogene Daten auf einem privaten Gerät des Arbeitnehmers verarbeitet werden, bleibt der Arbeitgeber die verantwortliche Stelle im Sinne der DSGVO, sofern es sich um die Verarbeitung geschäftlich relevanter Daten handelt. Denken Sie aber stets daran, dass Sie dokumentieren sollten, inwiefern privaten Endgeräte genutzt werden.

Haftung bei Verlust und Herausgabe: Entstehen durch den dienstlichen Gebrauch privater Geräte zusätzliche Kosten, sind diese durch den Arbeitgeber entsprechend zu ersetzen. Davon vertraglich abzuweichen und einen Teil der Kosten dem Arbeitnehmer aufzubürden, ist nicht zulässig. Wird das Gerät im Zusammenhang mit der dienstlichen Nutzung beschädigt, zerstört oder geht es verloren, kann der Verlust eine „Aufwendung“ darstellen, die ggf. vom Arbeitgeber zu ersetzen ist.

Auch Regelungen zur Herausgabe des Geräts und/oder der sich darauf befindlichen Dateien sollten unbedingt getroffen werden. Seien Sie bei Zugriffen auf das private Gerät vorsichtig und binden Sie stets Ihren Datenschutzbeauftragten vorab ein, da Sie sich hierbei schnell im Bereich des Strafrechts befinden (bspw. § 202a, 202b StGB).

Ein besonderes Augenmerk sollte schließlich auf die Datensicherheit der privaten Geräte gelegt werden. Wichtig ist es, dass die dienstlichen Daten getrennt von den privaten Daten verarbeitet werden. Dies kann z.B. durch sogenannte Containerlösungen auf dem privaten Gerät sichergestellt werden. Unabdingbar ist es ferner, dass den Arbeitnehmern verbindliche Vorgaben zum Umgang mit (starken) Passwörtern, erlaubten Clouddiensten und Apps, Sicherheitsupdates und der Sperrung/Löschung der dienstlichen Daten bei Verlust des Geräts an die Hand gegeben werden.

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Die Rechtsanwaltskanzlei AGOR legal mit Sitz in Frankfurt berät und vertritt unter dem Claim DATEN.RECHT zahlreiche Unternehmen, insbesondere aus der Medien-, Verlags- und TV/Film-Branche, in den Bereichen Datenschutzrecht, Wettbewerbsrecht, Geschäftsgeheimnisse (GeschGehG), Social Media und neue Technologien.